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Barsaive - Der Aufbruch » Die Bibliothek von Throal » Wie alles begann... » Threadansicht

Autor Thread - Seiten: -1-
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11.06.2010, 16:30 Uhr
Narrador
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Kreis: 1

Es war ein früher, sonniger Vormittag in Märkteburg. Ein reges Treiben herrschte in der Stadt. Händler boten ihre Waren an, Kunden feilschten lautstark, und in den Gaststätten war selbst in den frühen Morgenstunden schon der Lärm der Trinkenden zu hören. Grunt, der Besitzer des Goldenen Gildenfrosches, rieb wie immer mit seinem dreckverschmierten Lappen über die Theke. Nachdenklich betrachtete er eine Gruppe von Orks, die gerade dabei waren, in eine handfeste Diskussion überzugehen.
Seufzend beschloss der alte Troll einzuschreiten, bevor die Orks auf die Idee kamen, seine Einrichtung zu verwüsten, als sich plötzlich die Tür zur Gaststätte öffnete. Grunt blickte hinüber, um einen Blick auf seinen nächsten potentiellen Gast zu erhaschen.
Ein Elf betrat die Taverne. Aber nicht irgendein Elf. Er war eindeutig als Troubadour zu erkennen. Seine Harfe hing an seiner rechten Seite, und auch die schlichte bunte Kleidung, die in rot und Grüntönen gehalten wurde, setzte zusätzlich ein Zeichen, was er für einen Beruf nachging. Die Ausstrahlung, die von dem Elfen ausging, war geradezu hypnotisierend. Auch die anderen Besucher hatten bereits den Elfen bemerkt, und selbst die Orks beendeten ihre Keilerei, um den Troubadour zu betrachten.


"Was darf es denn sein?"

fragte Grunt mit großen Augen den Elfen, als dieser zur Theke kam.

"Einen Kobalt bitte. Den Blauen"

antwortete er nur und strahlte den alten Troll an. Dieser machte sich auf den Weg um ihn eine Flasche des Elfengetränks hinzustellen. Die Stille im Raum konnte man mit einem Langschwert zerschneiden, als der Elf genüsslich einen Schluck von seinem Kobalt nahm. Als er zu Ende getrunken hatte, wandte er sich zu den Gästen um, die ihn immer noch anstarrten.

"Liebe Freunde! Wie wäre es denn mit einer kleinen Geschichte? Eine Geschichte, die langsam hier im Lande Barsaive in Vergessenheit gerät?"

Leises Gemurmel erhob sich.

"Welche Geschichte meinst du?"

fragte ein Mensch, der in den hintersten Reihen saß und wie ein gewöhnlicher Händler aussah.

"Die Geschichte über Barsaive, wie alles begann. Die Sage über Thera und der Plage!"

antwortete der Elf.

Zustimmende Beirufe wurden laut, denn kaum einer wusste etwas über Thera, geschweige denn über die Geschichte Barsaives. Kaum einer konnte sich an etwas erinnern, soweit lag es schon zurück.


„Na dann werde ich sie euch erzählen!“

Mit diesen Worten lief der Elf hinüber zum Podest, die Blicke der Gäste folgten ihm mit jedem Schritt. Der Troubadour setzte sich auf den Stuhl und machte es sich so gut wie möglich bequem. Dann begann er mit seiner Geschichte.

"Es war zu einer Zeit, als man noch nicht einmal wusste, dass es eines Tages das Land Barsaive geben würde. Dieses Land, so wie wir es kennen, hatte damals noch keinen Namen. Zu dieser Zeit lebte noch die Königin der Elfen, Failla, im Wyrmwald, der heute als Blutwald bekannt ist. Doch dazu komme ich später.
Die Elfenkönigin hatte einen Berater, namens Elianar Messias, der ihr immer treu zur Seite stand. Eines Tages wollte Elianar, dass die Königin die Elfen nach ihrem eigenen Willen und ihrer eigenen Kultur leben lies. Doch die Königin verweigerte dies. Es kam zum Streit der beiden und schließlich verdammte die Königin Elianar vom Hofe, für ganze 100 Jahre. Nach dieser Zeit, würde Elianar wieder kommen dürfen. Doch er entschloss sich anders und kam nie wieder zurück.

Elianar lebte am Fuße des Delaris, in einem Kloster. Dort widmete er sich seltenen Schriften, bis er schließlich sechs Bücher fand, die mit einer aus Blut gezeichneten Rune versehen waren. Da die Bücher den Eindruck erweckten zusammen zu gehören, fing er an, sie zu entschlüsseln.
Elianar zog sich zurück und widmete seine Zeit nur noch diesen seltsamen Büchern.
Jahre vergingen. Eines Tages fanden seine Brüder ihn mit herausgerissenen Augen, die er ins Feuer hielt. Die einzige Nachricht, die er ihnen hinterließ, war folgende:

Dies sind die Bücher von Harrow. Sie sind unser Verhängnis und unsere Erlösung. Lernt aus ihnen, oder wir werden alle zugrunde gehen.

In dieser Nacht schlich etwas Schreckliches durch die Gemäuer des alten Klosters. Am nächsten Tag fand man sechs seiner Brüder, auf schrecklichste Art und Weise getötet.
Daraufhin nahm Kearos Navarim die Harrow Bücher und verschwand mit ihnen auf eine Insel im Selestrischen Meer. Dort wurde schließlich die Stätte des Lernens, Nehr´esham gegründet, was soviel heißt wie: „Zentrum des Geistes“.
Navarim widmete sich dort der weiteren Entschlüsselung der Bücher.

Doch die Kunde darüber, dass die Bücher entschlüsselt werden, verbreitete sich schnell. Nehr´esham wird eine Stätte für Adepten, Zauberer und Scholaren. So wurde Nehr´esham zu einer Kleinstadt.
Navarim widmet sich weiter den Büchern, bis er schließlich heraus fand, dass es noch mehr geben musste. Er schickte Adepten und Scholaren aus, die sich auf die Suche nach seltenen Schriftrollen und Büchern machte, um sie nach Nehr´esham zu schaffen.
Um all diese Schriften unterbringen zu können, wurde der Bau der „Ewigen Bibliothek“ veranlasst, wie wir sie auch heute noch kennen.

Als der Grundstein für die Bibliothek gelegt wurde, begannen tausende Meilen entfernt die Zwerge ihr Quartier zu errichten, dass heute als Königreich von Throal bekannt ist."

Der Troubadour blickt in die Runde. Gespannte Gesichter aller Arten saßen um ihn herum und verfolgten die Geschichte. Er nahm noch einen tiefen Zug von seinem Kobalt, eher er fortfuhr.

"150 Jahre waren vergangen, seitdem die Ewige Bibliothek gegründet wurde. Sie stand kurz vor der Vollendung, als die ersten Dämonen durch die Stadt Majallan in Landis zogen. Düstere, gespensterartige Dämonen gingen durch die Straßen und trieben die Menschen dazu an, gewalttätig gegeneinander zu werden. Auch im alten Zwergenkönigreich Scytha, bemerkte man die Ankunft der Dämonen.
Jedes Neugeborene überlebte nicht mal einen Monat lang. Es hatte den Anschein, als würde eine unbekannte Kraft das Leben aus ihnen saugen.
In Barsaive gingen insektenartige Kreaturen um, die in den entlegensten Winkeln nisteten. Schließlich vereinten sich sogar Todfeinde, um den Dämonen entgegen zu wirken. Diese Zeit nannte man „Das Verbrennen“.

Der inzwischen sehr gealterte Navarim und seine Jünger, deuteten die Dämonen als erste Vorboten. Doch dem Zwerg Jaron gelang es, dass 1. Buch Harrows zu entschlüsseln.
Das, was sie daraus lasen, offenbarte ihnen eine schreckliche Zeit. Dämonen würden über das Land ziehen und alles verschlingen. Manche würden auf Materie aus sein, wie Steine und Bäume, andere würden lebendes Fleisch bevorzugen, besonders diabolische würden sich am Schmerz und Pein anderer laben. Auch hieß es, wenn die magische Aura in der Welt stark genug sein würde, dass die Dämonen es schafften, „Brücken“ zu ihren niederen Welten zu schlagen, um in Barsaive einzufallen. Die Angst wuchs, den es gab fast nichts, was sie hätten tun können, um die Dämonen aufzuhalten.
Navarim schickte Warnungen in alle Länder hinaus, doch kaum einer nahm sie ernst.

So kam es, dass die Kunde über diese Neuigkeit rasch um das Land zog. Die Stadt Nehr´esham wächst und gedeiht schnell, bis sie schließlich die ganze Insel eingenommen hatte. Schon bald wurde der Name der Stadt geändert in das heutige Thera, was soviel wie „Fundament“ bedeutet.

Die Insel wurde ein Zentrum für den Handel, den Kommerz und auch für das Lernen und Denken im Selestrischen Meeres. Doch dieser schnelle Wachstum hatte in Thera seine Schattenseiten. Da die Theraner nicht mehr imstande waren, diesem Wachstum standzuhalten, waren sie gezwungen, Arbeitskräfte aus anderen Ländern „einzuführen“. Die Handelshäuser behielten sich dabei das Recht auf Überwachung vor. So begann die theranische Sklaverei, die so natürlich in Thera wurde, wie das Salz im Meer.

Navarim bemühte sich derweilen um die Übersetzung der anderen Harrow Bücher, um damit vielleicht heraus zu finden, wie man „die Plage“, wie sie später genannt wurde, aufhalten könnte. So entstand die Schule der Schatten, der sich viele Adepten und Zauberer anschlossen. Viele von ihnen zogen auch auf die Länder hinaus, um die immer mehr verbreiteteren Dämonen aufzuhalten.

Die Schule der Schatten brachte schließlich die ersten Magien hervor. Scholaren und Magier gelangten zur Einsicht in das Wesen der Magie, wodurch neue Fähigkeiten erlernt wurden. So wurde z.B. die Elementarmagie geboren, die aus Erde, Luft, Feuer, Wasser und Holz bestand. Mit diesen Mitteln schafften es die Theraner, eindrucksvolle Städte zu bauen, die nur durch Magie existieren konnten. Es entstanden auch die ersten Luftschiffe.
Gleichzeitig bildete Thera eine Regierung, die aus den „Zwölf“ bestand, wobei Navarim der Älteste wurde. Sie erließen Gesetze, um die weiten Teile ihrer Länder zu regieren und ihren Wachstum gegen Piraten und Banditen zu schützen."

Erstaunte Laute gingen durch den Raum, selbst der Wirt Grunt schüttelte ungläubig den Kopf. Er ging zurück zum Tresen, um die Meute mit neuen Getränken zu versorgen. Inzwischen hatte sich der Gasthof fast bis zum Bersten gefüllt. Halb Märkteburg stand um die Gaststätte herum, und jeder trug die Wörter des Troubadour weiter in die hinteren Reihen.

"Ja, so fing alles an. Aber es geht noch weiter. Barsaive, das damals noch keinen Namen hatte, fristete ein unbeachtetes Dasein. Nur ein paar unabhängige, ärmere Stämme und Städte wurden von den Theranern ab und an angegriffen. Sonst gab es keinen Kontakt. Der Elfenhof interessierte sich selbst nicht sehr für Barsaive, da sie genug Einfluss und bereits ein großes Reich besaßen. Ihnen ist es wohl zu der damaligen Zeit zu verdanken, dass Barsaive schließlich anfällig für die theranische Gewaltherrschaft wurde."

Der Elf verzog kaum merklich das Gesicht. Ihm schien diese Passage nicht sehr zu behagen, doch die Geschichte lies sich eben nicht ändern. Er trank seinen Kobalt aus, um gleich beim schwer beschäftigten Wirt einen neuen zu ordern. Grunt schien allerdings die extra Arbeit nichts auszumachen, er hatte sogar einen glücklichen Glanz in den Augen. Er würde heute Abend mit sehr prall gefüllten Säcken nach Hause gehen.

"Im Jahre 212 TH, wurden die Theraner auf das Land aufmerksam. Erst knüpften sie Kontakte zu den Menschen in Landis, nahe der Stadt Vivane, wo schließlich später die Himmelsspitze entstand, von wo aus die Theraner Abgesandte losschickten, um Handelskontakte mit anderen Städten und Gebieten zu knüpfen. Die Leute in Barsaive, geblendet durch den theranischen Reichtum, unterzeichneten blind den Vertrag, ohne auf die Konsequenzen zu achten. Als schließlich vier Jahre später die Theraner die Bewohner Barsaives überfielen, versetzte das ihnen einen Schlag. Sie konnten nicht glauben, dass Hunderte von Luftschiffen über ihre Städte zogen. Eine gewaltige Macht war über Barsaive gekommen und sie war ohne Gleichen.

Die Theraner genossen ihre Macht. Sie hatten kulturelle Stätten, Architekturen, Zitadellen, die Bibliothek und andere große Werke, die noch heute weltweit berühmt sind. Um die Kräfte ihrer Adepten und Magier wird Thera in der ganzen Welt beneidet.
341 TH, stirbt Navarim während seines großen Projektes. Seine Leiche wird in Bernstein gegossen und ein paar Jahre später folgt seinem Platz ein Mensch namens Meach Vara Lingam nach. Navarim hinterlässt ein Erbe in dieser Welt. Es handelte sich um die „Riten des Schutzes und des Überganges“.

Aber selbst diese Riten boten keinen vollkommenen Schutz gegen die Dämonen. Navarim kam zu dem Schluss, dass es an Selbstmord glich, sich den Dämonen zu stellen. Er schlug den Bau großer Höhlen, tief unter der Erde vor, die wir heute als Kaers kennen. Die dicken Mauern sollten den ersten Schutz gegen die Dämonen bieten, wobei selbst das nicht ausreichend war. Die Magier sollten Runen entwerfen, um z.B. Städte aus wahrer Luft abzuschirmen. Auch der Bau eines Kaers im Meer sollte mit Wahrem Wasser ausreichend Schutz vor den Dämonen bieten. Diese Runen sollten Dämon in dieser Welt soweit bannen, dass sie in ihrer Konzentration gestört wurde und das Band zu ihrer niederen Welt verlor.
Doch die Bewohner wollten davon noch nichts hören, denn es waren noch 800 Jahre hin, bis zu der Zeit, wo die Plage voraus gesagt wurde und sie wollten sich nicht mit etwas befassen, dass noch so weit in der Zukunft lag.

Die Theraner wollten den bestmöglichsten Schutz finden und so stießen sie auf das wertvolle und seltene magische Metall Orchialkum, dass sie nun sammelten. Der Handel mit dem Metall florierte, worauf alle Staaten der Welt darauf aufmerksam wurden. Schließlich war das Orchialkum so begehrt, dass ein 40jähriger Krieg zwischen allen Völkern ausbrach.

Viele Nationen versuchten sich, ohne die theranische Gewaltherrschaft, vor den Dämonen zu schützen. Einiger Hilfe beraubt, stießen die Theraner schließlich auf die Drachen. Doch diese dachten nicht daran, ihr Wissen um die Dämonen und der Plage mit ihnen zu teilen. Die Theraner gelangten dabei in einen Zwiespalt. Die eine Hälfte wollte nicht, dass man die Energie auf die Drachen verschwendete, andere ließen mächtige Angriffe auf die Drachen erfolgen, um sie ihrer wertvollen magischen Gegenstände zu berauben. Doch das hatte Folgen.
Die Drachen töteten systematisch Bürger mit besonderen Kräften in Thera. Die Theraner versprachen schließlich den Drachen, sie unbehelligt zu lassen, was den Drachen offensichtlich genügte, um von ihnen abzulassen. Die Drachen behielten das Wissen über die Plage für sich.

Schließlich rückte die Plage immer näher und die Bewohner Barsaives begannen nun endlich mit den Bau der Kaers. Sie wurden dabei aus Angst so eifrig, dass selbst die Zwerge einen ganzen Berg aushöhlten, um sich vor den Dämonen zu schützen. Wahre Elemente wurden zum Schutz vor den Dämonen benutzt und in die Runen eingewirkt. Der Kontakt zwischen den Königreichen wurde immer spärlicher, bis schließlich einige Städte sich aus lauter Angst Jahre vorher isolierten."

Staunend, und mit teils offenen Mündern, blickten die Bewohner Märkteburgs den Elfen an. Sie konnten es nicht glauben, was sich vor langer Zeit abgespielt haben soll. Schließlich lag die Zeit der Plage schon so viele Jahre zurück, dass sich kaum mehr einer vorstellen konnte, wie es dort wohl gewesen sein musste. Inzwischen waren sie so gebannt von der Geschichte des Troubadours, dass jeder vergas, dass es noch anderes zu tun gab. Märkteburg lag im Stillstand.

"Ja, so war das vor vielen hundert Jahren"

bemerkte der Elf.
Seufzend sah er in sein Glas, wobei er seinen Gedanken nachhing. Erst als die ersten gemurmelten Proteste nach vorne drangen, bemerkte der Elf wieder, wo er sich befand. Er zuckte zusammen und rückte sich wieder zurecht. Als er weitersprach, wurde klar, warum der Elf solange gezögert hatte.


"Königin Alachia vom Wyrmwald, hasste und verabscheute die theranische Gewaltherrschaft und ihre Sklaverei. Sie ordnete an, dass kein Elf die Schutzmethoden der Theraner anwenden durfte. Sie wollte den Wald mittels Holzmagie durch elfische Elementaristen, zu einem großen Kaer verweben. Die Königin glaubte, dass kein Dämon imstande war, lebendes Holz zu durchdringen. Doch diese Idee hielten andere Elfenstaaten für den puren Selbstmord. Daraufhin drohte die Königin mit der Verbannung der Elfen aus dem Königreich, wenn sie sich den Theranern zuwandten. Weiter entfernte Elfenstaaten fühlten sich allerdings nicht verpflichtet, der Königin zu gehorchen. Sie wünschten bei ihrem Vorhaben viel Glück, doch sie wollten ihr nicht in den sicheren Tod folgen.
Es wandten sich immer mehr Elfen ab, so dass es sich die Königin nicht mehr leisten konnte, sie zu verstoßen. Also schob sie dieses Vorhaben auf die Zeit nach der Plage, um damit ihre Weisheit unter Beweis zu stellen. Sie veranlasste schließlich den Bau des Kaers.

Die Plage begann im Jahr 1008 TH, als Thera sich versiegelte. Da Thera mehr konzentrierte Magie besaß, wurde es auch mehr von den Dämonen bedrängt. Thera begann wegen den heftigen Attacken, sich mit Wahrer Luft und Wahrem Feuer von der Welt abzuschotten. Zu diesem Zeitpunkt tauchten die Dämonen mit zunehmenden Wachstum auf. In den nächsten Jahren wurde eine Verbindung zu den anderen Städten unmöglich, den selbst der Astralraum war verseucht. Zaubermatrixen wurden unabkömmlich, um sich vor den Dämonen im Astralraum zu schützen. Meuten von Dämonen ziehen durch das Land, und fressen jedes Leben, dass sie finden können.
Parlainth wird von dieser Welt in eine andere Welt versetzt und damit die besessenen Bewohnern den Dämonen nichts über die Exsistenz der Stadt verraten konnten, wurde das Wissen über die Stadt aus dem Gedächtnis der Bewohner gelöscht. Fast 400 Jahre gerät Parlainth in Vergessenheit.

In Theral stürzt ein Teil des Berges ein, wobei der theranische Oberherr getötet wurde. Dies war Ausschlaggebend für die Zukunft von Barsaive, die Zwerge und Völker von Throal fingen an zu diskutieren, wie sie denn nach der Plage leben wollten, und welches Land sie vorfinden werden. Durch diese Debatte wird schließlich die Sklaverei abgeschafft und ein freier Staat geboren."

Die Leute in Märkteburg jubilierten zustimmend. Jeder wollte seine Freiheit behalten, den die Theraner kannten die Bewohner auch heute noch zu gut. Immer noch gab es sie, doch Barsaive wollte sich nicht von ihnen nicht regieren und unterjochen lassen. Lieber würden sie sterben.

"Was geschah mit der Königin Alachia?"

fragte eine weibliche Stimme in die Menge hinein.

"Dazu komme ich jetzt"

versprach der Elf.

Sofort hefteten sich alle Blicke wieder auf seine Lippen, um ja nichts zu verpassen.


"Es war so im Jahre 1262 TH herum, als das hölzerne Kaer Alachias erste Auflösungsspuren vorwies. Der Verlust ihrer Schutzwirkung ging zwar langsam, aber unaufhaltsam von statten. Panik brach aus und die Elfen versuchten andere Schutzmöglichkeiten zu finden. Doch waren ihre Elemente und ihre Zeit, unterirdische Kaers zu bauen, begrenzt. Sie würden es nicht rechtzeitig schaffen, bevor die Dämonen einbrachen.
Als es den ersten Dämonen gelang durchzudringen, breitete sich Verzweiflung aus. Die ersten Elfen wurden besessen und von Schmerz und Leid geplagt. Dabei machten die Elfen eine grausige Entdeckung:
Die diabolischen Dämonen ließen die Elfen, die schon Schmerz ertrugen, in Ruhe. Diese Dämonen mussten selbst erst Schmerz zufügen, um sich daraus ernähren zu können.
Königin Alachia sah nur noch einen Ausweg.
Sie ließ ein kompliziertes Blutritual durchführen, um den Elfen einen Gestaltwandel aufzuzwingen und sie so zu schützen. Dornen wuchsen aus der Haut der Elfen und rissen sie innerlich auf, so das sie in immer währenden Schmerzen lebten. Viele Elfen starben bei diesem Ritual, doch die, die überlebten, wurden in Ruhe gelassen. Die Dämonen zogen sich zurück, um sich woanders ernähren zu können. Schließlich schafften die Blutelfen, wie sie nun genannt wurden, sogar aus den Schmerzen Kraft zu ziehen und zu ihrem Vorteil zu nutzen. Königin Alachia und ihr Volk haben die Plage überlebt, allerdings zu einem fürchterlichen Preis. So entstand der Blutwald."

Betroffenheit entstand im Raum. Niemand wusste so recht, warum es diese Blutelfen überhaupt gab, geschweige denn, wieso sie so waren. Die Blutelfen galten in der heutigen Zeit nicht all zu sehr beliebt und die meisten Völker in Barsaive mieden Alachias Gebiet. Das sie mal ganz normale Elfen waren, konnte sich heute niemand mehr vorstellen.
Der Troubadour mied die mitleidigen Blicke und setzte seine Geschichte wieder zu einem anderen Punkt fort.


"Die Plage dauerte Hunderten von Jahren an. Keiner hatte bis dahin je wieder die Sonne gesehen, geschweige denn die Luft gespürt. Kaum einer konnte sich daran erinnern, wie es dort draußen überhaupt aussah.
Aber die Leute hatten eine Möglichkeit zu erfahren, wann die Plage vorbei war. Sie schufen aus Wahrer Erde eine Kugel, die mittels Magie über einer Schüssel Wahrem Wasser schwebte. Wenn die Kugel die Oberfläche des Wassers berührte, wüssten sie, dass die magische Aura in der Welt schwächer geworden und die Dämonen fort waren.
Die Völker sahen der Kugel zu, wie sie sich langsam, ganz langsam der Wasseroberfläche näherte. Einen Zentimeter vor der Oberfläche erstarrte die Kugel. Keiner verstand es, denn es war Hunderte Jahre zu früh, als voraus gesagt. Doch die Bewohner entschlossen sich dazu, die Tore zu öffnen. Sie fanden eine verwüstete Welt vor, und nicht alle Dämonen waren fort. Die Aura hatte sich aus irgendeinen Grund wieder stabilisiert.
Sie holten auch die Stadt Parlainth – nachdem sie von ihrer Exsistenz wieder etwas wussten – zurück. Doch die Stadt wurde von Dämonen aufgespürt und völlig zerstört. Heute kennen wir nur noch die Ruinen, in der sich manch mutiger Abenteuerer beweisen will.

Niemand wusste, ob Thera die Plage auch überlebt hatte. Keiner konnte die Stadt ausfindig machen. Es herrschten zu jener Zeit nur Vermutungen, wann sie – wenn überhaupt – wieder auftauchen würde. Die Stadt erschien erst viel später als erwartet. Circa 50 Jahre nach der Plage tauchten die Theraner wieder auf. Sie versuchten sogleich wieder die Herrschaft an sich zu reißen, doch die Völker Barsaives dachten nicht daran, sich erneut unterjochen zu lassen. Mittlerweile hatten sie selbst einen Weg gefunden, um zu überleben.
Thera attackierte Barsaive, wobei die Bewohner Throal um Hilfe baten. Doch Throal selbst war noch so gelähmt von der gewaltigen Macht, dass es noch scheute, sich gegen Thera zu stellen.

Theras Erster Statthalter Nikodus, ernennt Fallan Pavelis zum neuen Oberherrn von Barsaive. Pavelis zieht die Politik der starken Hand derjenigen der sanften Worte vor. Er macht Jagd auf die Bewohner, um „überfällige Tribute“ einzufordern und um die Sklaverei wieder an den Markt zu bringen.
Throal selbst ist nicht stark genug, um Thera zu besiegen, nur alle Völker Barsaives vereint hätten eine Chance, die Sklaverei und Herrschaft zu bekämpfen. Diese Nachricht schickte der König Varulus III. aus. Zwar setzten sich die Worte in vielen Völkern Barsaives fest, doch der Anblick der Luftschiffe der Theraner, die völlig willkürlich zuschlagen, lähmte die Bewohner Throals.

Erst eine Aktion der Theraner selbst, wendet das Blatt.
Der Erste Stadthalter erfuhr von einem Ratsvertrag, in dem es hieß, dass der Handel und das Besitzrecht keinen Zweifel daran ließ, dass jede Frau, jeder Mann, jedes Kind in Barsaive sein oder ihr Überleben Thera und dem Ersten Stadthalter zu verdanken habe. Diese Blutschuld mache alle Barsaiver zu persönlichen Sklaven des Ersten Stadthalters, so dass er mit ihnen verfügen könne, wie er wollte.
Diese Nachricht wurde verbreitet und setzte die Barsaiver in so eine Wut und Rage, dass sie ihre Angst verdrängten, und es mit Geschick und List sogar schafften, die Theraner zurück zur Himmelsspitze kämpften.
Viele Geschichten gibt es über die Befreiung Barsaives, doch sie sollen an anderer Stelle erzählt werden.

Die Welt, in der wir jetzt leben, bietet eine Vielfalt und Art, die sich die kühnsten Scholaren nicht erträumt hätten. Die magische Aura unserer Welt verliert nicht an Kraft, sondern bleibt konstant, wir haben viel gelernt und viel Wissen genutzt. Ja, sogar eine neue Art unserer Rassen hat sich gebildet, die Halbwesen, wo wir vor ein paar Hundert Jahren noch nicht für möglich gehalten hätten."

Der Troubadour endet mit seiner Erzählung. Inzwischen ist es Abend und die Bewohner Märkteburgs erwachen aus ihrer Starre. Erst starren sich alle noch verwundert an, als plötzlich die ersten Stimmen laut werden. Diskussionen entbrennen, Rufe schallen durch die Taverne und jeder will es besser wissen. Schließlich beruhigen sich die erhitzten Gemüter und jeder ist sich einig, dass die Geschichte über die Theraner und der Plage nicht in Vergessenheit geraten sollte, sondern immer die Völker vor den Konsequenzen warnen soll. Als sich alle einig sind, drehen sie sich zu dem Elf um, um seine Meinung zu hören.
Doch das Podium ist leer. Einzig ein leer ausgetrunkenes Glas zeugte von seiner Anwesenheit.


"Wo ist er hin?"

fragt ein Händler, der sich verwundert umsieht.

Keiner hat den seltsamen elfischen Troubadouren mehr gesehen.
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Barsaive - Der Aufbruch